Aktuelle Anlegerfälle: Volkswagen (siehe unten) und Steinhoff

Steinhoff International Holdings N.V. (WKN: A14XB9)

 

Die Holding-Gesellschaft des Steinhoff-Konzerns hat am 06.12.2017 bekannt gegeben, dass die Vorlage der Jahreszahlen auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Zudem wurde in der Zwischenzeit bestätigt, dass auch für das Bilanzjahr 2016 die gleichen problematischen Bilanzthemen relevant sind wie für das Geschäftsjahr 2017. Folglich dürften die Jahresberichte der Vorjahre aller Voraussicht nach korrigiert werden. Der Konzernchef hat bereits seinen Rücktritt angekündigt, die Aktie hat nach diesen katastrophalen Nachrichten bereits mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.

 

Geschädigte Anleger dürften sich nun die Frage stellen, ob und inwieweit die Steinhoff International Holdings N.V. für eine möglichweise fehlerhafte Erstellung von Geschäftsberichten haftet. Schließlich sind die Verluste der Anleger allem Anschein nach ausschließlich auf die Unregelmäßigkeiten in der Buchführung zurückzuführen.

 

Nach den Wertpapierhandelsgesetz sowie der europäischen MAR (Market Abuse Regulation) ist eine Haftung des Konzerns für unrichtige Halb- oder Jahresfinanzberichte vorgesehen.  Nach dem derzeitigen Stand ist davon auszugehen, dass diese Geschäftsberichte aufgrund der irreführenden Rechnungslegung die wirtschaftlichen Verhältnisse der Steinhoff International Holdings N.V unrichtig wiedergegeben haben. Zudem ist auch eine Haftung für eine unrichtige Ad-hoc-Mitteilung in der Vergangenheit anzunehmen, da die Gesellschaft in einer Ad-hoc-Mitteilung vom 24.08.2017 die Vorwürfe hinsichtlich Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen zurückgewiesen hatte. Diese Mitteilung dürfte nach den derzeitigen Erkenntnissen objektiv falsch gewesen sein. Folglich wäre den Aktionären auch nach diesen Vorschriften wahlweise der Transaktions- bzw. Differenzschaden zu erstatten.

 

Zwar hat der Konzern seien Sitz in den Niederlanden, allerdings ist eine Börsenzulassung neben der Johannesburger Börse auch an der Frankfurter Börse erfolgt. Folglich dürfte das Landgericht Frankfurt für Aktionärsklagen gegen die Gesellschaft nach den europäischen Zuständigkeitsvorschriften (EuGVVO) zuständig sein.

 

Derzeit ist davon auszugehen, dass vor Landgericht Frankfurt ein Sammelverfahren nach dem Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz (KapMuG) eröffnet wird. Bei dieser sogenannten Sammelklage gegen die Steinhoff-Aktiengesellschaft können die betroffenen Aktionäre von einer kostengünstigen Anmeldung ihrer Ansprüche profitieren. Mit einer Eröffnung des Verfahrens ist im Jahre 2018 zu rechnen. Ein ähnliches Sammelverfahren findet bereits gegen die Volkswagen AG aufgrund des Diesel-Skandals statt.

 

Zusammenfassend dürfte allen Aktionären, die seit dem Erstlisting an der Frankfurter Börse am 07.12.2015 Aktien der Gesellschaft erworben haben, ein Schadensersatzanspruch zustehen, soweit sich die Aktien am 05.12.2017 im jeweiligen Wertpapierdepot befanden. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, stellen wir gerne für Sie eine Deckungsanfrage.

 

Betroffene Aktionäre können mich gerne unter Tel. 0251 97447543 oder über das untenstehende Kontaktformular hinsichtlich einer individuellen kostenfreien Einschätzung Ihres Falles ansprechen. Gerne informieren wir Sie auch fortlaufend kostenfrei über die weitere Entwicklung im Steinhoff-Bilanzskandal.

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Volkswagen AG -  Schadensersatzansprüche wegen unterlassener Ad-hoc-Mitteilung

 

Im laufenden Musterverfahren (sog. Sammelklage) gegen die Volkswagen AG beginnen die mündlichen Verhandlungen in Braunschweig ab dem 10.09.2018. Nach der formellen Eröffnung des Verfahrens wird über die Ansprüche der betroffenen Aktionäre auf kapitalmarktrechtlichen Schadensersatz einheitlich entschieden. Nach verschiedenen Medienberichten liegen eine Vielzahl von belastenden Indizien vor, die auf eine frühe Kenntnis des damaligen Vorstandes Herr Winterkorn von den Diesel-Abgasmanipulationen schließen lassen. Folglich sind die Erfolgsaussichten eines Klageverfahrens weiterhin positiv zu beurteilen.

 

Zu Beginn der mündlichen Verhandlungen hat sich das Gericht dahingehend eingelassen, dass es davon ausgeht, dass die Ansprüche von Käufern vor dem Jahre 2012 verjährt sein dürften. Auf der anderen Seite geht das Gericht davon aus, dass der ehelmalige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Herr Winterkorn, die Aktionäre hätte früher über die Diesel-Manipulationen aufklären müssen. Vor diesem Hintergrund dürfte eine Anmeldung von Forderungen aus Aktienkäufen nach dem Mai 2014 die besten Erfolgschancen haben.

 

Mit Urteil vom 24.10.2018 (Az. 22 0 101/16 und 22 0 348/16) hat das Landgericht Stuttgart gegen die Porsche Automobil Holding SE, die Dachgesellschaft der Volkswagen AG, ein Urteil in Hinblick auf einen Verstoß gegen die Ad-hoc-Mitteilungspflicht erlassen. Hierbei wurde den Porsche-Vorzugsaktionären Schadensersatz zugesprochen, da der damalige Vorstand Herr Winterkorn seine kapitalmarktrechtlichen Pflichten grob verletzt habe. Letztlich betrifft das Urteil einen vergleichbaren Sachverhalt wie im aktuell gegen die Volkswagen AG anhängigen Musterverfahren am Oberlandesgericht Braunschweig.

 

Eine Verjährung von Ansprüchen der Aktionäre der Volkswagen AG dürfte spätestens Ende 2018 eintreten. Daher ist eine Klageeinreichung am Landgericht Braunschweig noch im laufenden Jahre 2018 jederzeit möglich. Auch die Erwerber von Aktien der Porsche Automobil Holding SE sowie die Erwerber von Derivaten auf Aktien der Volkswagen AG (Aktienanleihen, Optionsscheine, Knock-Out-Zertifikate) sind laut dem Vorlagebeschluss des Gerichts aktivlegitimiert, und können sich ebenfalls am Klageverfahren beteiligen.

 

Vielzahl von belastenden Aussagen und Beweismitteln

Nach dem Kurssturz bei den Volkswagen Vorzugsaktien stellt sich für Anleger die Frage, inwieweit Schadensersatzansprüche gegen die Volkswagen AG geltend gemacht werden können. Derzeit erscheint der Nachweis der Kenntnis des Vorstands von den Diesel-Manipulationen aufgrund einer Vielzahl von Aussagen der Beteiligten wahrscheinlich. Mehreren Medienberichten zufolge soll hierbei insbesondere der frühere Vorstand Ferdinand Piech gegenüber der Staatsanwaltschaft ausgesagt haben, dass Herr Winterkorn eine positive Kenntnis von den Vorwürfen bereits im Jahre 2015 hatte. Ergänzend kommen belastende Aussagen von Kronzeugen in den USA hinzu, die ebenfalls von einer früheren Kenntnis der Manipulationen durch Herrn Winterkorn ausgehen. Aktuell prüft zudem der Aufsichtsrat der Volkswagen AG Schadensersatzforderungen des Konzerns gegen Herr Winterkorn. Mit den Entwicklungen der jüngsten Zeit sind die Erfolgschancen für Anleger auf die Zahlung eines kapitalmarktrechtlichen Schadensersatz erneut gestiegen.

 

In erster Linie sind die Ansprüche auf eine nicht ausreichende Information der Aktionäre zurückzuführen. Die amerikanische Umweltbehörde hat ihre Untersuchungen zu den Manipulationen der Abgaswerte von Dieselfahrzeugen allem Anschein nach bereits im Jahre 2014 begonnen.  Eine Ad-hoc-Mitteilung zu den Ermittlungen im Abgasskandal wurde von der Volkswagen AG allerdings erst im September 2015 herausgegeben.

 

Ansprüche nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG)

Nach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sind Aktiengesellschaften verpflichtet, Insiderinformationen, die sie unmittelbar betreffen, unverzüglich zu veröffentlichen. Diese Publizitätspflicht des § 15 WpHG gilt insbesondere für Informationen, die für die weitere Kursentwicklung erheblich sind. Hierzu zählen insbesondere Produkthaftungs-oder Umweltschadensfälle.

 

Eine etwaige Haftung der Volkswagen AG nach § 37 b WpHG a.F. hätte zur Folge, dass der betroffene Anleger die Wahl zwischen einer Rückabwicklung des getätigten Geschäftes und der Geltendmachung eines Kursdifferenzschadens hätte.

 

Zeitpunkt des Aktienerwerbs entscheidend

Für den einzelnen Aktionär ist es entscheidend, zu welchem Zeitpunkt er die Aktien der Volkswagen AG erworben hat. Anleger, die ihre Aktien erst nach dem Mai 2014 erworben haben, dürften die besten Aussichten auf kapitalmarktrechtlichen Schadensersatz haben. Geschädigte Anleger sollten daher eine Klageeinreichung in Betracht ziehen. Soweit eine Rechtsschutzversicherung besteht, stellen wir gerne für Sie eine Deckungsanfrage.     

 

Gerne können Sie mich unter 0251 97447543 hinsichtlich einer individuellen kostenfreien Einschätzung Ihres Falles ansprechen.